Die XRCD - was dahinter steckt ...
... ist die folgende Erkenntnis: Die allermeisten CDs, die Sie käuflich erwerben können, klingen bei weitem nicht so gut, wie es technisch möglich wäre. Ziel bei der Entwicklung des XRCD-Herstellungsverfahrens war es, dem Klang des Masterbandes so nah wie möglich zu kommen. Die Xtended Resolution CD macht dies nun möglich. Zum Abspielen reicht jeder CD- oder DVD-Spieler. Sie brauchen keine speziellen Chipsätze oder Audioformate und können XRCDs problemlos auch im Auto oder im Computer abspielen.
In den allermeisten Fällen wird ein Studio eine frisch gemasterte Aufnahme als CD-R, DAT Band oder U-matic 1630-Band an ein Presswerk schicken. Von diesem Moment an kann man im Studio nur noch hoffen, dass das Endprodukt - die fertige CD - eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Master haben wird. Die fertige CD stimmt in der Regel zwar bitgenau mit dem digitalen Master überein, aber in den allermeisten Fällen deutlich schlechter klingend. Die Herstellungskette zur CD-Fertigung ist im Gegensatz zur CD selbst nicht standardisiert und da zur CD-Fertigung eine ganze Reihe von Schritten nacheinander exakt ineinander greifen müssen, kann eine kleine Fehlerquelle entlang des Prozesses große Auswirkungen auf das fertige Produkt haben. Dementsprechend muss jede Stufe der CD-Fertigung mit größter Sorgfalt erfolgen.
Was schlussendlich am besten klingt, konnte JVC in Japan als ideengebender Entwickler überraschenderweise nur ansatzweise messen, sondern verließ sich auf lange Hörsitzungen einer Vielzahl von Mastering-Profis. Jede erdenkliche Konfiguration von Maschinerie, Verkabelung, Stromversorgung, Systemtaktung, Glas-Mastering und Fertigungsprozess wurde ausprobiert. Zu den überraschenden Erkenntnissen gehörte die Bedeutung der Stromversorgung für den Prozess. Konsequenterweise enthält fast die gesamte Fertigungskette eine komplette Abkopplung vom Netzstrom und wird erst nach einer Filterung und Neutaktung mit reinem Strom versorgt. Dieses Konzept findet man in den letzten Jahren auch bei einigen HiFi-Herstellern wie Accuphase, Burmester oder Mark Levinson.
Das folgende Blockdiagramm veranschaulicht den im folgenden beschriebenen Prozess:

Der XRCD-Prozess beginnt mit dem Mastering. Es werden entweder analoge Masterbänder verwendet oder aber digitale Masterbänder re-analogisiert. Das heißt, es wird bei digitalen Masterbändern erst eine Sonderanfertigung des JVC K2 24bit D/A Wandlers verwendet, um dann die Abmischung des Bandes vollständig analog durchzuführen. Erst nach der analogen Abmischung wird der exakt gleiche Wandler in A/D-Konfiguration verwendet um ein 24bit-Digitalmaster auf eine magneto-optische Disc zu überspielen. Hierzu wird ein JVC K2 24-bit Brenner verwendet. Dieser gesamte Prozess wird von einer „Rubidium Master Clock" getaktet, die um den Faktor 10.000 präziser arbeitet als eine Quarz gesteuerte Taktung, wie sie üblicherweise verwendet wird. Vorausgesetzt man macht sich überhaupt die Mühe eine externe Taktung zu verwenden.
Bevor es jetzt zur eigentlichen Fertigung kommt, muss der leitende Tonmeister einen klanglichen Vergleich zwischen analogem und digitalem Master durchführen und erteilt erst danach seine Freigabe. Man kann sich vorstellen, dass es bei konventionellen CDs nicht einmal die zeitliche Möglichkeit gibt, diesen Zwischenschritt zu gehen. Viele Fertigungsfirmen brüsten sich damit, innerhalb von nur wenigen Stunden vom digitalen Master zur fertig bedruckten CD zu gelangen. Das ist ohne Zweifel sehr beeindruckend und auch Kosten sparend, aber der Klangqualität wenig zuträglich.
In der JCD XRCD Fabrik in Yokohama wird dann das magneto-optische Master durch eben denjenigen K2-Brenner, der es auch beschrieben hat, wieder ausgelesen. Natürlich wird auch dieser von einer baugleichen „Rubidium Master Clock" angesteuert, die auch den weiteren Fertigungsprozess takten wird und somit Jitter ausschließt. Durch das patentierte K2 Super Codingverfahren wird dann das 24bit Signal auf 16bit heruntergerechnet. Dabei werden die 16bit Auflösung des CD-Standards voll ausgenutzt, was zu einer deutlich gesteigerten Dynamik im Vergleich zu Standard-CDs führt.
Der nächste Schritt ist die Konvertierung des 16bit Signals mittels eines EFM Encoders in die 0 und 1 Struktur, wie sie in Form von Pits auf der CD erscheint. Der Encoder steuert einen modifizierten K2 Laser an, der nach Zwischenspeicherung und nochmaliger Synchronisation mit der „Rubidium Master Clock" die Datenstruktur auf ein Glas-Master brennt. Hierbei wird die „Extended Pit Cutting Technology" verwendet - die Länger des einzelnen Pits wird für die Gesamtlänge der CD optimiert. Eine XRCD, die nur 40min dauert, bekommt etwas größere Pits, als eine 80min-Scheibe, um ein möglichst präzises Auslesen möglich zu machen.
Schlussendlich wird vom Glas-Master der XRCD-Stempel gefertigt. Auch hier ist man konsequent und nimmt den Abdruck direkt vom Glas-Master, wodurch dieser zerstört wird. Das heißt es gibt nur einen einzigen Stempel, mit dem auch nur eine begrenzte Anzahl von XRCDs gefertigt werden kann. Viele ältere Titel sind vergriffen und können durch Abnutzung des Stempels nicht mehr nachgefertigt werden. Selten kommt es vor, dass die Nachfrage ein neues Glas-Master lohnend macht. Die Maschine zur Fertigung des Stempels hat übrigens „nur" eine Spannungsstabilisierung. Um eine völlige Neutaktung zu erreichen, hätte es eines eigenen Kraftwerkes auf dem Gelände bedurft.
Mit fortschreitenden technologischen Möglichkeiten hat sich auch der Prozess der XRCD-Fertigung in verschiedenen Evolutionsstufen von XRCD über XRCD2 zur derzeit aktuellen XRCD24 entwickelt. Doch selbst die „alten" XRCD Aufnahme sind hervorragende Beispiele für herausragend gute Aufnahmen und spielen praktisch alle heute normal erhältlichen CDs unter audiophilen Gesichtspunkten an die Wand.
Bitte bedenken Sie, dass eine XRCD ein kleines Meisterwerk voller Liebe zum Detail und zur Musik ist. Die Menschen, die sich der absoluten Klangqualität der XRCD verschrieben haben, sind Überzeugungstäter mit großartigem Können und handwerklichem Geschick.