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HDCD - Was ist das?

HDCD-Logo

HDCD steht für High Definition Compatible Digital. Es handelt sich hierbei um einen speziellen Encodierungs- und Decodierungsprozess für CDs, der u.a. von „Prof." Keith Johnson (heute durch seine Arbeit für das Label Reference Recordings bekannt) und Michael Pflaumer entwickelt wurde. Die beiden gründeten 1995 die Technologiefirma Pacific Microsonics, lizenzierten die HDCD-Technologie und verkauften die entsprechenden Encoder an Tonstudios. Im Jahr 2000 wurde die Firma mitsamt aller Patente an Microsoft verkauft. Seitdem nimmt die Anzahl an Neuerscheinungen mit HDCD-Codierung beständig ab.

Eine HDCD enthält zusätzlich zu den Daten einer normalen CD noch weitere Musikinformationen, die zusätzliche 4 bit- bzw. bei neueren Produktionen 8 bit- Wortlänge enthalten. Bei der Wiedergabe entdeckt der HDCD-Decoder anhand einer bestimmten Struktur des letzten Bits im Audiosignal, dass Zusatzinformationen vorhanden sind und kann diese nutzen. Hieraus ergibt sich u.a. ein größerer Dynamikumfang, als er für die Wiedergabe mit einer CD nach dem Red-Book-Standard möglich wäre. Vereinfacht könnte man sagen: Im digitalen Grundrauschen der CD ist noch zusätzliche Musikinformation versteckt. Ist kein HDCD-Decoder vorhanden, wird die CD wie jede andere auch abgespielt. Eine HDCD ist also rückwärtskompatibel und somit auf jedem CD- oder DVD-Spieler abspielbar.

Wiedergabegeräte, die HDCDs decodieren können, haben typischerweise hierfür eine Lampe auf der Frontblende oder als Teil ihres Displays. Diverse externe D/A-Wandler und viele Heimkinoreceiver können das HDCD-Signal verarbeiten und zeigen dies dann ebenfalls an. Die Wiedergabesoftware „Windows Media Player" der Firma Microsoft kann ab Version 9 HDCD-Titel decodieren falls eine entsprechende Soundkarte im PC vorhanden ist.

Im Jahr 2008 gibt es geschätzte 3000 Titel mit HDCD-Codierung als Neuware zu erwerben. Leider ist die Disc jedoch nicht immer mit dem entsprechenden Logo gekennzeichnet. In China gibt es zahllose Fälschungen, bei denen zwar das Logo auf der Verpackung ist, jedoch keine Codierung vorgenommen wurde.

Eine besondere Marktnische bei den HDCDs nehmen Hybrid-SACDs ein, die neben der SACD-Spur noch eine CD-Spur mit zusätzlicher HDCD-Codierung enthalten. Solche werden z.B. vom Label First Impression Music angeboten. Auch diese sind auf jedem CD- oder DVD-Spieler abspielbar.