Apertura Forté

Das Modell Forté ist Aperturas Antwort auf den immer wieder geäußerten Wunsch nach einem Lautsprecher für Musikfreunde mit kleinen Röhrenverstärkern. Die beiden Entwickler des französischen Manufakturbetriebs haben einen Schallwandler konstruiert, der nicht auf ultra-laute Hörner setzt, sondern Alltagstauglichkeit und tonale Schönheit in den Vordergrund stellt und plastische Klangbilder zaubert.


Dies erreicht Apertura bei Forté mit einer klassischen Lösung. Zwei Konus-Treiber mit langer Schwingspule und 18 Zentimetern Durchmesser werden paarweise selektiert und parallelgeschaltet. Deren Membranen sind aus Karton – und um nicht einen Hauch von „Pappklang“ eines 70er-Jahre-Lautsprechers aufkommen zu lassen, ist dieser mit Schilffasern verstärkt. Kombiniert werden die beiden Chassis mit einem hervorragend rundum abstrahlenden Ring-Radiator-Hochtöner mit verstärktem Magnetsystem und rückwärtiger Gehäusebedämpfung.


Um diese technologisch sehr gegensätzlichen Ansätze zu harmonisieren, verwendet Apertura die Weichentypologie von Christian Yvon. Es werden drei Filter erster Ordnung mit verschiedenen Übergangspunkten kombiniert und jedes Weichenpaar von Hand an die zuvor ausgemessenen Parameter der Treiber angepasst. Das geht natürlich nur bei Einzelfertigung per Hand und genau so werden bei Apertura bis heute Lautsprecher gebaut.


Forté nutzt eine große rückwärtige Bassreflexöffnung und steht daher idealerweise mit rund 50 bis 60 Zentimetern Abstand zur rückwärtigen Wand. Mit ihrer Bauhöhe von rund 115 Zentimetern wirkt sie auch im Raum stehend dezent und ihre Form mit den beiden konvexen und zueinander verschobenen Seitenteilen kommt zu voller Geltung. Die halbmondförmige Fläche neben dem Hochtöner ist ein Absorber. Da der Hochtöner seitlich versetzt ist, um ein zeitrichtiges Ankommen der Schallwellen beim Hörer zu ermöglichen, muss die seitliche Reflektion abgedämmt werden: Eine typische Apertura-Lösung, die für viel Erfahrung mit der Entwicklung von Lautsprechern spricht. Man ist schließlich seit 40 Jahren dabei.


Auch Forté hat einen Apertura-typischen Zentralspike unter dem Schwerpunkt des Gehäuses. Die vier äußeren Spikes dienen nur der Stabilität und der Austarierung des Lautsprechers, während der Zentralspike die Hauptlast von gerade mal 28 Kilogramm trägt. Für den Aufbau empfiehlt es sich dennoch, eine zweite Person hinzuzuziehen, denn die dreifache Verpackung treibt das Bruttogewicht des Lautsprechers schon ein wenig nach oben.


Auf der Rückseite befindet sich ein hochwertiges Single-Wiring-Terminal, das sowohl Bananas als auch Kabelschuhen mit 6 Millimetern Abstand aufnimmt. Im Inneren des Lautsprechers werden drei verschiedene Dämmstoffe eingesetzt, um eine optimale Druckverteilung zu ermöglichen. Bei der Aufstellung empfiehlt es sich, die schräg zur Vorderseite stehende Rückseite zuerst parallel zur Rückwand aufzustellen. Häufig ist diese Grundeinstellung schon nahe am Optimum für den eigenen Hörraum und es muss nur noch ein wenig mit der erweiterten Einwinkelung experimentiert werden.


Klanglich zeigt auch Forté die betörende tonale Schönheit Aperturas. Dabei ist sie jedoch wieselflink und irrt im Zweifelsfalle eher auf der Seite der Spielfreude. Beachten Sie auf jeden Fall die relativ lange Einspielzeit der Jantzen-Kondensatoren auf der Frequenzweiche! Eine Forté sollte gute 250 Stunden gespielt haben, bevor sie klanglich wirklich in ihrem Element ist.

Frequenzgang (+/- 3 dB): 32 Hz – 28 kHz


Wirkungsgrad: 93 dB/2.83 v/1 m


Impedanz: 4 Ω


Übergabefrequenz: 3,1 kHz


Abmessungen:


Lautsprecher: 230 x 334 x 1110 mm


Lautsprecher inklusive Spike-Ausleger: 328 x 334 x 1149 mm (B x T x H)


Gewicht: 28 kg pro Stück netto

    "Das Versprechen ist kein leeres: Die Apertura Forté erweist sich als bestens aufgelegter Spielpartner für Röhrenverstärker aller Couleur, ab zehn Watt kann man auch richtig ernsthafte Pegel realisieren. Dabei klingt sie stramm im Bass, bestens integriert und atmosphärisch absolut überzeugend."

    Holger Barske, Magazin LP, Ausgabe 1/2024