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Sieveking Sound - eine Firma, die es eigentlich gar nicht geben dürfte

„So etwas wie Sie, das gibt es eigentlich gar nicht.“ Das waren die Worte eines freundlichen Mitarbeiters der Sparkasse Bremen, die wir für die Finanzierung einer großen Charge goldener Sieveking-Sound-CD-Rs heranzogen. Ich möchte an dieser Stelle erzählen, warum es uns eben doch gibt. Und warum wir genau das tun, was wir eben tun.

Sieveking Sound gäbe es wohl nicht, wenn ich selbst kein bekennender Audiophiler wäre. Einer derjenigen Menschen, die sich feinste Nuancen in der Musikwiedergabe anhören und diese Unterschiede für wichtig halten. Einer derjenigen, die detailverliebt Kleinigkeiten an ihrer Anlage ändern und begeistert von klanglichen Änderungen durch ein Netzkabel berichten. Ein Mensch, bei dem die Lautsprecher im Wohnzimmer nicht verschämt in der Ecke stehen, sondern frei aufspielen dürfen. So gesehen bin ich mein eigener Kunde und vermutlich hätte ich Sieveking Sound nicht gegründet, wenn es 2004 möglich gewesen wäre, Tonträger von MFSL in Deutschland zu beziehen. Doch das war es nicht, und so entstand Sieveking Sound, damit ich selbst und andere Audiophile wieder an diese hochwertigen Remaster gelangen konnten. Andere hielten das in Zeiten von Napster und mp3 für eine ziemlich hirnrissige Idee.

Fünfzehn Jahre später beschäftigt sich Sieveking Sound fast ausschließlich mit Dingen, die eigentlich niemand braucht. Audiophile Tonträger zu hohen Preisen sind ein Anachronismus in einer Welt, in der es für einen Zehner fast alles aufs Smartphone geliefert gibt. Schwergewichtige HiFi-Elektronik mit aufwendigen Schaltungen aus Italien, in Handarbeit hergestellte Lautsprecher aus Kanada, von Hand in den USA terminierte Kabel und englische HiFi-Möbel, die Elektronik nicht etwa verstecken, sondern noch besser klingen lassen – all das dürfte es in einer Zeit, in der Musik aus kleinen Plastiklautsprechern im Regal dudelt und das den meisten Menschen reicht, gar nicht mehr geben.

Gibt es aber. Weil es kleine Hersteller gibt, die an Klangqualität glauben. Weil es Musiker gibt wie Anne Bisson, Jérôme Sabbagh oder Vincent Bélanger, die selbst einen hohen Anspruch an ihre Aufnahmen haben. Weil es Produzentinnen wie Abey Fonn von Impex Records gibt, die selbst im Tonstudio sitzt und sich die Qualität verschiedener Analogbänder anhört. Weil es Spezialisten wie Martina Schöner gibt, die jetzt seit gefühlt einem Jahrzehnt nach dem Rezept für den perfekten Nadelreiniger sucht und auch schon ganz nah dran ist. Und weil es immer noch Menschen gibt, die sich erlauben mit dem Herzen und den Ohren zu entscheiden, was in ihrem Musikzimmer zu Hause sein soll.

Bevor jetzt der Eindruck aufkommt, Sieveking Sound sei ein gemeinnütziger Verein, sollte ich klar machen, dass wir am Ende dann doch ein Unternehmen sind. Ein Unternehmen, in dem die Produkte von Menschen und nicht von Robotern verpackt werden. In dem kein Mitarbeiter auf die Erhöhung des Mindestlohnes hoffen muss und in dem es Geburtstagskuchen gibt. Aber auch ein Unternehmen, in dem kaufmännische Entscheidungen gefällt werden müssen: Glauben wir daran, von einem Titel innerhalb eines Jahres 10 Exemplare verkaufen zu können? Nein? Dann besser nicht in den Katalog aufnehmen. Gibt es noch einen Markt für den Restbestand eines Herstellers? Und hätten wir dann für viele Jahre Ware am Lager? Vielleicht. Sollte man einem kleinen Label antworten, das vorsichtig probiert, audiophile Aufnahmen unbekannter Künstler auch in Deutschland zu verkaufen? Ja, weil ich diesen Wunsch respektiere. Und vielleicht kommen wir ja auf die 10 Exemplare.

Sieveking Sound ist somit kein Hobby, sondern bleibt ein Geschäft. Eines, das ¬ anders als manche Großkonzerne ¬ tatsächlich in Deutschland voll steuerpflichtig ist. Ob ich mich über den Satz des Steuerprüfers freuen soll, der nach vollzogener Prüfung zu mir sagte: „Machen Sie weiter so Herr Sieveking, das Land Bremen braucht solche Unternehmen wir Ihres“? Ich denke noch darüber nach. Vielleicht fühlt sich so aber auch einfach gesellschaftliche Verpflichtung eines Unternehmers an.

Wenn mich also jemand fragt, warum ich in der HiFi-Branche bin, dann ist meine Antwort, dass es sich richtig anfühlt, genau dies zu tun. Weil es schade wäre, wenn es niemand mehr tut. Weil dann die Plastiklautsprecher und Großkonzerne es geschafft hätten, Klangqualität endgültig unwichtig werden zu lassen.

 

Jan Sieveking im April 2019

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